Besuch bei den Cashewbauern und -bäuerinnen
Woher kommen unsere Cashewkerne? Aus der Elfenbeinküste - aber wo genau werden sie angebaut und von wem? Das wollen wir euch hier einmal erklären. Im September 2025 haben wir einige Bauernkooperativen besucht, von denen unsere Cashews zu unseren Kund*innen kommen.
Cashews wachsen gut in einem relativ trockenen Klima. Die Hauptanbauregionen von Cashews in der Elfenbeinküste sind daher die Gebiete im Norden. Auch in der Mitte des Landes werden Cashews angebaut, im Süden dagegen gar nicht.
Cashews wurden erst durch die Kolonisisierung nach Afrika gebracht. Genau wie wir Europäer:innen kennen die Ivorer Cashews erst seit einigen Generationen und entdecken selbst erst noch, was man alles mit ihnen machen kann.
Bildquelle: Reserachgate
Cashews sind ein so genanntes “Cash Crop”. Das bedeutet, die Farmer:innen bauen sie fast ausschließlich an, um die Ernte dann zu verkaufen - und nicht um sie selbst zu essen. Erst in den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Elfenbeinküste zum weltweit größten Cashewanbauland entwickelt. Seit 2006 hat sich die Produktion von Rohcashews versechsfacht (Quelle: FAO Statistiken). Mittlerweile produziert das Land mehr als 1,5 Mio. Tonnen jährlich, was in etwa 40% der weltweiten Produktion ausmacht.
Viele Farmer:innen sind somit in das Business mit eingestiegen. Schätzungsweise 500.000 bauen in der Elfenbeinküste Cashews an, oft als eine der wenigen Quellen, um ihren Lebensunterhalt für sich und die Familie zu verdienen. Gerade in den trockenen Regionen gibt es nur wenige Anbaualternativen, wie z.B. Baumwolle oder Mangos.
Das Leben auf dem Land in der Elfenbeinküste ist schwer. Die Menschen dort haben mit vielen Problemen und Armut zu kämpfen. Wir wollen natürlich, dass die Bauern und Bäuerinnen fair bezahlt werden. Ein guter Weg dahin ist es, mit Bauernkooperativen zusammenzuarbeiten. Denn innerhalb der Kooperativen gibt es viele Vorteile für die Mitglieder, und die Gemeinschaft hat eine höhere Verhandlungsmacht und kann für gute Qualität auch gute Preise verhandeln. Wer innerhalb der Kooperativen direkt mit einer Verarbeitungsfabrik in Kontakt ist, muss nie unter dem Mindestpreis verkaufen, der zu Beginn jeder Erntesaison durch ein gemeinsames Gremium für die Elfenbeinküste festgelegt wird. Im Gegenteil, die gut organisierten Kooperativen handeln meist noch höhere Preise und weitere Benefits für ihre Mitglieder aus.
Tinkarosi und die Partnerfirma K’Chibo arbeiten mittlerweile mit zwei großen Rohcashewfabriken zusammen, die beide eng mit verschiedenen Kooperativen verbunden sind, von denen sie die Rohnüsse beziehen. Im September haben wir einige der Kooperativen besucht und mit den Farmer:innen gesprochen. Der Tenor der Gespräche ist, dass die Bauern und Bäuerinnen insgesamt meist mit den Preisen zufrieden sind, aber vor allem auf zusätzliche Unterstützung pochen, wie z.B. die Bereitstellung von Traktoren und anderem Equipment sowie Verbesserungen in der Wasser- und Gesundheitsversorgung ihrer Gemeinden. Auch haben viele kaum vertiefte Kenntnisse im Cashewanbau und fordern mehr Training, um die Quantität und Qualität ihrer Ernte noch zu verbessern. Es bleibt also noch viel zu tun!
Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass unsere Partner eng mit den Kooperativen verzahnt werden und unser Möglichstes tun, um die Situation weiterhin zu verbessern. Am Besten geht dies, wenn wir möglichst viel zu unseren fairen Preisen verkaufen. Denn alles, was wir kaufen/verkaufen müssen die Bauern und Bäuerinnen nicht zu Dumbingpreisen am Ende der Erntezeit verscherbeln.
Reine und Kathrin diskutierten mit den Bauern und Bäuerinnen.